Autoreninterview

Die Autorin Caren Benedikt, aktueller Roman “Die Kerzenzieherin”, hat dem  blog2.eventsandmorepressemagazin.de  ein sehr persönliches und offenes  Interview gegeben.

EVM: Frau Benedikt wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
C. B.: Ich habe schon ganz früh damit angefangen. Meine Oma hat mir abends immer Geschichten vorgelesen, was ich, wie wohl jedes Kind, total geliebt habe. Irgendwann kam es dann immer öfter vor, dass mir das Ende der Geschichten nicht gefiel und ich richtige Diskussionen mit meiner Oma begonnen habe, warum es jetzt nicht anders weiter geht und dass es eigentlich viel schöner wäre, wenn dies oder jenes geschehen würde. Meine Oma hat hierüber geschmunzelt und mich einfach reden lassen. Später habe ich mir eigene Geschichten ausgedacht und wurde zum Erzähler.
EVM: Wer sind Ihre literarischen Vorbilder, Frau Benedikt?
C.B.: Ach, so richtige Vorbilder habe ich eigentlich nicht. Ich hatte nie den Gedanken, wie jemand anderes schreiben zu wollen. Es war für mich einfach immer so , dass ich eine Geschichte im Kopf hatte und die dann erzählt bzw. geschrieben habe.
EVM: Wie fangen Sie ihre Recherche ihrer Buchprojekte an?
C.B.: Ich habe eigentlich immer schon die nächste Geschichte, vor allem aber meine Figuren im Kopf. Die erzählen mir dann, was geschieht. Bei meinem aktuellen Roman “Die Kerzenzieherin” habe ich tatsächlich eine junge Novizin vor mir gesehen, die etwas gehört hat, was so gar nicht für ihre Ohren bestimmt war. Da habe ich mich dann gefragt, was es gewesen sein könnte, was sie da so unverhofft erfahren hat.  Deshalb  begann ich, nach wahren Verbrechen des Mittelalters zu forschen uns stieß auf die Verschwörung gegen den Erzbischof von Köln. So fügte sich für mich Stück für Stück zusammen. Ich bin in die Historie eingetaucht und habe meine Novizin Ellin dort agieren lassen. Ich glaube, man hört es schon: Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.
EVM: Hat sich durch ihren Erfolg ihr Leben verändert?
C.B.: Nein, im Grunde nicht. Sicher ist es um einiges stressiger geworden, aber ich würde auch sagen, viel erfüllter. Ich liebe es beispielsweise, Lesungen zu halten. Dieser direkte Kontakt zu meinen Lesern, das Feedback, die Art und Weise, wie wir dann gemeinsam in mein Buch abtauchen. Ich finde das wunderbar. Aber dabei bin ich immer noch ich selbst.
EVM: Wie viele Verlage haben Sie angeschrieben bis ihr erstes Manuskript angenommen wurde?
C.B.: Nun ja – mein allererstes Manuskript ist bis heute nicht gedruckt! Aber bei “Die Feinde der Tuchhändlerin” waren es gar nicht sehr viele Verlage, denen es angeboten wurde. Der Abschluss erfolgte dann beim Club Bertelsmann, was für mich ein großartiger Einstieg war. Heute bin ich bei Droemer Knaur und habe ein tolles Team, das  meine jeweiligen  Projekte betreut. Es ist eine ganz wunderbare Zusammenarbeit und ich hoffe sehr, dass es so bleibt.
EVM: Wie kommt ihre Familie mit dem Erfolg der Mutter zurecht?
C.B.: Ich habe diese Frage an meine Kinder weitergegeben und nur ratlose Gesichter erblickt. Meine ganze Familie steht hinter mir, wenn es um das Schreiben geht und unterstützt mich, so gut es geht. Die gesamte Famile bestätigt mir, das sie stolz auf meine Leistung sind. Doch im Grunde bin ich zuhause ausschließlich Mama.
Ich hatte mal eine Situation, wo mich eine begeisterte Leserin im Supermarkt an der Kasse lautstark auf mein gerade erschienendes Buch ansprach und ihre Begeisterung ausdrückte. Meine mittlere Tochter stand neben mir und fand das total peinlich. Es ist eben doch ein Spagat zwischen Familie und Beruf. Aber wem sag ich das? Ich glaube, das geht allen Frauen so. Es ist schwierig, immer alles unter einen Hut zu bringen und jedem gerecht zu werden. Doch ich bin sowohl mit Leidenschaft Mutter als auch Schriftstellerin. Und so klappt es irgendwie.
EVM: Haben Sie einen strukturierten Arbeitstag?
C.B.: Sicher! Ich arbeite weiter hin halbtags in einer Anwaltskanzlei und habe nebenher Kinder, Mann, Haushalt und das Schreiben. Aus diesem Grunde bin ich sehr strukturiert, weil ich sonst gar nicht alles schaffe.
EVM: Wir danken der Autorin Caren Benedikt für das Interview.

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